Jetzt hofft der TV Jahn auf die Gladbacher 
 
 
 Dinslaken-Hiesfeld. Fußball: Hiesfelder B-Junioren werfen ETB Schwarz-Weiß Essen mit 4:3 (2:2) aus dem Niederrheinpokal. Tim Falkenreck sieht Rot.Von Leon ElspaßDie Chance auf ein erfolgreiches Abschneiden in der ersten Hauptrunde des Fußball-Niederrheinpokals hatte Trainer Stephan Beneke zuvor auf 30 Prozent beziffert. Noch hinzugefügt hatte er indes, dass seine Mannschaft, die B-Jugend des TV Jahn Hiesfeld, an einem guten Tag auch den Favorit ETB Schwarz-Weiß Essen stürzen könne. Beneke behielt recht. Die aufopferungsvoll kämpfenden "Veilchen" besiegten den Niederrheinligisten mit 4:3 (2:2) - und das durchaus verdient.

Der Plan sei gewesen, erklärte Beneke, engmaschig formiert das eigene Tor zu verteidigen, nach Ballgewinn schnell umzuschalten und vorzupreschen. Im Überrumpelungs-Konzept nahmen Tim Falkenreck und David Feldhoff zwei Schlüsselrollen ein. Die beiden Angreifer fungierten als Zielspieler in vorderster Front, die die Anspiele ihrer Mitspieler sichern und selbst gefährlich werden sollten.

Das Konzept ging auf. In der ersten Hälfte hatte die rechte Abwehrseite des TV Jahn um Maurice Markus Kulessa und Maximilian Schmidt noch Probleme mit den flinken Angreifern des Gastes, sie stabilisierten sich allerdings im Laufe der Partie. Nach Ballgewinn suchten die "Veilchen" den direkten Weg zum Tor. Die Bemühungen zeitigten Erfolge.

Für den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleichstreffer, den David Feldhoff erzielt hatte, bedurfte es nur drei Stationen (20.). Torhüter Gianluca Calderone schoss den Ball in Falkenrecks Richtung, der per Kopf auf den freistehenden Torschützen verlängerte.

Falkenreck, der Robuste, und Feldhoff, der Feingliedrige, die in der Liga für bislang 38 der insgesamt 61 Treffer ihrer Mannschaft verantwortlich zeichnen, waren die kontinuierlichen Mobilitätsfaktoren im Spiel des TV Jahn. An allen Toren war zumindest einer der beiden direkt beteiligt. Den 2:2-Ausgleichstreffer erzielte Falkenreck, es assistierte Feldhoff (25.). Am 3:2 hatte Falkenreck fraglos seinen Anteil: Er schoss Karlo Malioukas an, von dessen Brust der Ball ins Tor sprang (42.). Der goldene Treffer zum 4:3 gelang dem emsig arbeitenden Kerem Erbaykirn der einen Foulelfmeter (61.) verwandelte. Feldhoff war zuvor im Strafraum zu Fall gebracht worden. Die Leistung Falkenrecks blieb indes nicht ohne Makel. Der robuste Angreifer sah nach einer Tätlichkeit gegen Justin Gumpert zu Recht die rote Karte (56.). "Eine Dummheit, völlig unnötig", monierte Beneke.

Entschlossenen Widerstand leistete seine Mannschaft aber auch in Unterzahl. Sie bewies Charakter. "Unser Teamgeist war entscheidend. Die Jungs wollten; sie wollten beweisen, dass sie hier durchaus mithalten können", befand Beneke. Diese Kampfkraft brachten die "Veilchen" über die gesamte Spielzeit auf den Platz. Rückschläge steckten sie gut weg, gerieten allein zweimal in Rückstand und mussten das per Elfmeter erzielte 3:3 verkraften.

Das Erreichen der zweiten Runde des wie immer sehr gut besetzten Niederrheinpokals, so Beneke, sei "ein großer Vereinserfolg". Der aber teuer bezahlt wurde. Falkenreck wird in der am 26. Februar stattfindenden zweiten Runde gesperrt fehlen. Ob Kapitän Niklas Paul dann mitwirken kann, ist zumindest fraglich. Er bekam den Ball unglücklich auf die Nase und wurde mit Verdacht auf Nasenbeinbruch ins Krankenhaus gefahren.

Mit welchem Gegner die Beneke-Elf im Achtelfinale konkurriert, wird am morgigen Mittwoch ermittelt. Der Sieger des morgigen Duells zwischen der B-Jugend von Rot-Weiß Hockstein und Borussia Mönchengladbach trifft auf den TV Jahn. Beneke: "Gladbach hier zu haben, das wäre schon toll."Quelle: RP