Der Abteilungsleiter der Hiesfelder Fußball-Jugend fordert größere Beachtung für seinen Verein im Sanierungskonzept für Dinslakens Sportstätten. 
Von Gerard Dombrowski Quelle:RP

Die Debatte um notwendige Investitionen in die Dinslakener Sportanlagen ruft Emotionen hervor. Als die mit dem Thema befasste Lenkungsgruppe den Vorschlag auf den Tisch legte, möglicherweise die Dorotheen-Kampfbahn in Lohberg abzureißen, ging ein Aufschrei durch die Reihen derer, die sich dem VfB Lohberg verbunden fühlen. Nun diskutiert der Sportausschuss am kommenden Dienstag eine neue Vorlage der Stadtverwaltung, die neben dem Erhalt der Dorotheen-Kampfbahn die Sanierung sämtlicher Anlagen im Stadtgebiet vorsieht. Kosten werden darin nicht genannt, aber die Umfänge der möglichen Maßnahmen sind naturgemäß sehr unterschiedlich. Und dies weckt Begehrlichkeiten bei denen, die vermutlich nicht so reichlich mit Investitionen bedacht werden wie andere.

Jochen Bruckmann ist so einer, der mit dem aktuellen Stand der Planungen überhaupt nicht einverstanden ist. Bruckmann, seines Zeichens Fußball-Jugendleiter des TV Jahn Hiesfeld, sieht auf seine Abteilung große Standortnachteile zukommen, sollte die Politik beschließen, was die Sitzung der Lenkungsgruppe vom 14. März ergeben hat.

Dort wurde unter den Vertretern der beteiligten Vereine - für den TV Jahn war Geschäftsführer Ralf Wind dabei - und den weiteren Teilnehmern aus Stadtsportverband, Politik und Verwaltung unter anderem Einvernehmen erzielt, dass an der künftigen Bezirkssportanlage Ost in Hiesfeld für die Fußballer lediglich der Kunstrasenplatz an der Dorfstraße saniert und das Naturrasenfeld im Stadion erhalten bleiben und eine Beleuchtung bekommen soll. Demgegenüber sind unter anderem beim SuS 09 die Errichtung eines Groß- und eines Jugendspielfeldes aus Kunstrasen vorgesehen, die Dorotheen-Kampfbahn soll ebenfalls saniert und ein Aschenplatz in Kunstrasen umgewandelt werden.

Jochen Bruckmann schüttelt angesichts dieser Aussichten den Kopf: "Es ist ja nicht so, dass ich den anderen Vereinen es nicht gönne, dass ihre Anlagen auf Vordermann gebracht werden", sagt der Hiesfelder, "aber dann sollte das bei uns auch im angemessenen Rahmen gemacht werden". Der TV Jahn sei schließlich einer der größten Vereine im Kreis Wesel, in der nächsten Saison spielen voraussichtlich 24 Mannschaften im "Veilchen"-Trikot Fußball, "vielleicht sogar mehr". Die Trainingsbedingungen seien dafür schon lange nicht mehr ausreichend, klagt der Jugendleiter. "Hiesfeld ist ein wachsender Stadtteil, dafür müssen auch die sportlichen Gegebenheiten da sein." Während der Tennissaison müsse die Fußballjugend sich mit zwei Kabinen begnügen, diese Situation sei aber im Sanierungskonzept ebenso wenig berücksichtigt wie die Notwendigkeit, Trainings- und Spielmöglichkeiten auszubauen. Er stellt seine eigene Rechnung auf: "Wenn man davon ausgeht, dass der Rasenplatz praktisch nur für die Hälfte des Jahres genutzt werden kann, haben wir mit dem Kunstrasen zusammen 1,5 Spielfelder. Der Bedarf liegt laut einer offiziellen Berechnung aber bei 1,9." Dass die Hockey-Abteilung des TV Jahn kürzlich einen Förderantrag bei der Stadt zur Sanierung und zum Ausbau ihres Kunstrasenplatzes am Gustav-Heinemann-Schulzentrum gestellt hat, stößt dem Fußball-Jugendleiter dabei auch sauer auf.

Wenn dann davon geredet werde, dass die Dorotheen-Kampfbahn in Lohberg, wo für den VfB derzeit nur noch zwei Mannschaften spielen, mit Millionensummen aufgepäppelt werden soll, "dann kann man für das Geld besser am Rotbach einsetzen, mit vernünftigen Tribünen und Flutlicht", echauffiert sich Jochen Bruckmann. "Tradition ist schön und gut, aber wenn man in die Zukunft investieren will, sollte man es da tun, wo es sinnvoll ist."

Quelle: RP